School vs. Learning

Maurice, 17.08.2009

Seth Godin über Schule:

School was the big thing for a long time. School is tests and credits and notetaking and meeting standards. Learning, on the other hand, is ‘getting it’. It’s the conceptual breakthrough that permits the student to understand it then move on to something else. Learning doesn’t care about workbooks or long checklists.
For a while, smart people thought that school was organized to encourage learning. For a long time, though, people in the know have realized that they are fundamentally different activities.

Ganzen Artikel lesen: Education at the crossroads

Gelten Kinder als Lärmbelästigung?

Johanna, 06.08.2009

Bei Kindern gilt das nicht! Diese Zusammenstellung über “Lärmbelästigung durch Kinder” dürfte für viele interessant sein, die sich wegen Mittagsruhe oder ähnliches Sorgen machen.

Die Angst vor der Freiheit. Was macht „unerzogen“ so schwierig für erzogene Menschen?

Johanna, 05.08.2009

In Diskussionen über den Gedanken, dass Kinder keine Erziehung brauchen, in der sie in eine vom Erwachsenen bestimmte Richtung gedrängt oder zu ihrem Besten gezwungen werden, habe ich öfter festgestellt, dass Erziehende und selbst Erzogene ziemlich bald nicht mehr mit Argumenten reagieren, sondern mit Feindseligkeit und Ablehnung. Sie wollen sich einfach nicht vorstellen, dass der unerzogen-Gedanke funktionieren kann.
Ich möchte hier der Frage nachgehen, wieso es für Erzogene so schwer ist, den unerzogen-Gedanken an sich heranzulassen.

Um dem näher zu kommen, versuche ich, mich einzufühlen: Wie mag es für jemanden sein, der erzogen wurde, mit dem unerzogen-Gedanken konfrontiert zu werden?

Zwei Menschenbilder
Der unerzogen-Gedanke enthält den Vorschlag, dem Kind eine Freiheit zu lassen oder zurückzugeben, die in einer erzieherischen Haltung nicht gegeben werden darf. Der Vorschlag beruht auf einem Menschenbild, das davon ausgeht, dass man dem Kind vertrauen kann, in einer respektvollen Umgebung aus eigenem Antrieb zu einem konstruktiven, sozialen, verantwortungsvollen und reifen Erwachsenen heranzuwachsen.
Der unerzogen-Vorschlag löst bei pädagogischen Menschen üblicherweise Sorgen um die Folgen aus. Diese Sorgen gehen in die Richtung, dass Kinder langfristige Konsequenzen nicht bedenken und dadurch Schaden entsteht, z. B. dass sie ihre Zähne vergammeln lassen, zuwenig Schlaf bekommen und nur leckere, aber ungesunde Nahrung essen; dass sie keine Moral entwickeln und rücksichtslos und egoistisch werden, dass sie nichts Anspruchvolleres lernen und sich nicht anstrengen.
Der gemeinsame Nenner dieser Sorgen ist, dass die Kinder nicht erwachsen werden, sondern Kinder bleiben: Sie würden auch als Erwachsene im Moment leben, gingen ihrer spontanen Lust nach und kämen in ihrem Leben auf keinen grünen Zweig. Sie würden nicht arbeiten wollen, hätten nichts gelernt, würden ungesund leben und könnten keine dauerhaften Beziehungen führen.
Grundlage dieser Sorgen ist ein Menschenbild, das davon ausgeht, dass Kinder Impulse, Wünsche, Bedürfnisse usw. haben, die zu bedrohlichen Entwicklungen führen, wenn man ihnen freien Lauf läßt. Nach diesem Bild können Kinder ihr Leben nicht eigenverantwortlich regulieren, jedenfalls nicht mit einem guten Ergebnis. Wenn man von diesem Menschenbild ausgeht, ist es verantwortunglos, Kindern Freiheit zu lassen und statt dessen erforderlich, das Gute für das Kind notfalls mit Gewalt durchzusetzen.

Argumente und Beispiele, die gegen dieses Menschenbild sprechen, prallen an Erzogenen meiner Erfahrung nach oft an einer Wand emotionaler Abwehr ab.

Daher frage ich mich: Woher stammt das der Erziehung zugrundliegende Menschenbild? Was könnte der Grund dafür sein, dass es so emotional und vehement verteidigt wird, ohne Tatsachen und Zweifel ernsthaft in Betracht zu ziehen? Ich halte dieses Menschenbild ja für falsch, umso drängender und spannender ist die Frage, warum es für Erzogene so unverrückbar gültig zu sein scheint.

Die verdrängte Erfahrung
Erzogene Menschen haben erlebt, dass sie als Kind etliche Dinge tun mussten, weil die Erziehenden das so festgelegt hatten. Da Kinder von Anfang an zwar unbeholfen, aber frei und selbstbestimmt sind, haben sie als Baby natürlich mit Schreien protestiert und sich später z. B. mit Trotz gewehrt. Aber dann kam die dunkle Seite der Erziehung: Man wurde ignoriert, abgewertet, bestraft, angeschrien oder sogar geschlagen. Diese Handlungen der eigenen Eltern waren die natürliche Folge von deren Menschenbild, nach dem Kinder nicht vertrauenswürdig sind und die Freiheit und Selbstbestimmung nicht vertragen, die sie begehren.

Erzogene haben also erlebt, dass sie entsprechend dem Menschenbild behandelt wurden, das sie jetzt mehr oder weniger bewußt vertreten. Eigentlich gibt es hier einen wunderbaren Anknüpfungspunkt für den unerzogen-Gedanken. Wenn die erzogenen Menschen sich an ihre Erziehung erinnern würden und ihre Erinnerung auch ernst nehmen würden, dann könnte man sich ja schnell darauf einigen, dass dies eine schreckliche, leidvolle Erfahrung war, die man den eigenen Kindern natürlich ersparen möchte.

Meine Erfahrung ist, dass erzogene Menschen sich häufig nicht an das Leid erinnern, das ihnen durch Erziehung zugefügt wurde. Sie lehnen vielleicht manche Methoden ihrer Eltern ab, wie z. B. Schläge, aber sie haben das negative Menschenbild der Erziehung unverändert übernommen und wehren sich daher weiterhin gegen ein Frei-Lassen der Kinder. In den seltenen Fällen, in denen sie sich an die Manipulation oder den Zwang ihrer Kindheit erinnern, bleiben sie sich selbst dabei gegenüber kalt und distanziert. Manchmal sagen sie dann über sich soetwas wie “Ich war aber auch schwierig”. Das heißt, sie fühlen nicht mit sich als leidendem Kind mit, sondern setzen die ihnen damals zugefügte Abwertung heute selbst fort.

Bindung und Trauma
Warum ist das so?
Wir haben es hier mit Vorgängen zu tun, die in der Psychotherapie gut erforscht wurden.
Ein Kind hat üblicherweise nicht die psychische Kraft, die grausame Wahrheit seiner erzieherischen Realität auszuhalten. Es erträgt die Tatsache nicht, dass die eigenen Eltern es wegen seiner Bedürfnisse und Vorhaben so erbittert und vehement bekämpfen, dass für es keinen Raum mehr bleibt, es selbst zu sein.

Warum kann das Kind das nicht aushalten? Das Kind braucht mindestens eine Person, die einen sicheren Hafen darstellt, der bei Gefahren oder Verunsicherung angelaufen werden kann. Ohne sicheren Hafen fühlt es Todesangst und erleidet massiven Stress, weil niemand da ist, der es vor den Gefahren der Umwelt schützen kann, die in unserer Gattungsvergangenheit beträchtlich waren. Daher bindet es sich unweigerlich an die Person, die für es sorgt. Es tut dies unabhängig davon, ob die Person tatsächlich ein sicherer Hafen ist oder nicht. Das Kind kann einfach nicht anders, als darauf vertrauen, dass die versorgend Person es schützt.
Wenn das Kind die erzieherische Realität voll erfassen würde, nämlich, dass seine Eltern es mit voller seelischer Wucht in seinem So-Sein bekämpfen, dann könnte es sie nicht mehr als sicherer Hafen erleben und würde sich dem Untergang geweiht fühlen.
Um das zu vermeiden und die Bindung aufrechtzuerhalten, verzichtet das erzieherisch behandelte Kind in einem Moment extremer Bedrängnis auf seine korrekte Wahrnehmung der Situation. Es hört auf, aus der Wahrheit zu leben, dass es mit seinen Bedürfnissen in Ordnung ist und trotzdem von seinen Eltern angegriffen oder verlassen wird. Es beginnt zu glauben, dass seine Bedürfnisse – und damit es selbst – schlecht, böse, gefährlich, unsozial und egoistisch sind. In dem es die zerstörerische Deutung seiner Eltern übernimmt, dass es nicht vertrauenswürdig und freiheitsfähig sei, kann es sich wieder mit ihnen versöhnen und sich sicher fühlen. Das lindert die Todesangst, hat aber einen hohen Preis: Es hat nun mit seinen Eltern zusammen einen gemeinsamen Feind, nämlich die “gefährlichen” Bedürfnisse in ihm selbst, die die Angriffe der Eltern überhaupt erst ausgelöst haben. Es hat damit sich selbst verlassen und einen Teil seiner Lebendigkeit abgeschnitten. Das Leiden unter dem Bekämpft-Werdens durch die Eltern ist überdeckt von der Erleichterung, wieder mit den Eltern versöhnt zu sein.

Die eben geschilderten Abläufe in der kindlichen Seele liefern eine Erklärung dafür, warum Erzogene so viel Mühe haben, einfühlsam das Leid zu erleben, das ihnen durch Erziehung zugefügt wurde. Es steht die alte Notgemeinschaft mit ihren Eltern im Wege, und der übernommene Glaube, dass die eigenen Bedürfnisse gefährlich sind.

Die Gefährlichkeit der Freiheit
Der unerzogen-Gedanke stellt diesen Glaubenssatz infrage. Was löst das in einem erzogenen Menschen aus? Er erinnert sich unbewußt an seinen Freiheitsdrang als Kind, aber auch an das Grauen, das damit verbunden war, von den Eltern damit bekämpft zu werden. Mehr oder weniger bewußt steht der Mensch damit wieder vor der Entscheidung, vor der er schon als Kind stand: Entweder stelle ich mich der Tatsache, dass ich selbst in Ordnung bin, frei und konstruktiv, aber verbunden mit der grausamen Wahrheit, dass ich von meinen Eltern, die eigentlich Sicherheit spenden sollten, bekämpft wurde. Oder ich verrate mich selbst, stimme dafür aber den feindseligen Definitionen der Autoritäten zu.
Der Erwachsene wäre jetzt, wo er groß ist, eigentlich stark genug, sich dieser Todesangst zu stellen und sie zu überwinden, da er die Bindungspersonen nicht mehr zum Überleben braucht. Wenn er die Angst so verstehen könnte, wie wir es hier getan haben, würde er sich ihr wohl stellen wollen, vielleicht mit Hilfe einer Psychotherapie. Aber bei der Konfrontation mit dem unerzogen-Gedanken spürt er zunächst nur eine mächtige Angst, ohne sie zu verstehen. Da kann es leicht geschehen, die Angst als Sorge um die Zukunft der Kinder zu interpretieren und die Chance zu verpassen, die die Angst bietet.

unerzogen Brunch in Leipzig

Johanna, 01.08.2009

Auch MORGEN Sonntag, den 2. August! :)

Und zwar dieses Mal…

  • Ab 11:00 bei Rockzipfel (Gleisstr. 14)
  • Ab 15:00 fahren wir bei gutem Wetter an die “Lauer” (kleiner See) – genauer Treffpunkt wird vor Ort (Rockzipfel) vereinbart. Wer also später hinzustößt, sollte den Treffpunkt per Handy erfragen. Bei schlechtem Wetter bleiben wir bei Rockzipfel. Sollten wir die Klingel nicht hören, bitte ebenfalls anrufen (Telefonnummer steht auch auf der Fensterwerbung).

    Verpflegung:

    Jede Familie bringt was mit und zwar so viel, wie sie selbst zu essen und trinken braucht, stellt es aber für alle zur Verfügung. So gibt es genug für alle, es ist bunt gemischt, aber nicht zu viel. Wer Lust hat, kann gerne zusätzlich:

  • Kuchen/Pudding, Eis, Obst oder solche Leckereien mitbringen, natürlich auch Herzhaftes
  • Softgetränke, Saft, Sprudel. (Kaffee und Tee kochen wir – wer Zucker und Milch braucht, bitte mitbringen, beides ist alle ;))
  • gerne 3 € oder sonstigen Betrag für Rockzipfel als Spende.
  • Badesachen, Sonnencremes, Sonnenschirme, Kühlakkus/Kühltaschen etc.

    Bis dann!

    (Wer für Rockzipfel Sachspenden mitbringen will, kann hier nachschauen, was wir noch brauchen.)

Unerzogen Magazin