Microsoft Word: Synonym für „blöd“

Johanna, 28.05.2010

Die von Word vorgschlagenen Synonyme für das Wort "blöd" sind unter anderen: infantil, kindisch, kindlich...

Rheinberg

Johanna, 26.05.2010

Christine Thiele, Tagesmutter ab 01.08.2010: tineatthiele (ät) web (punkt) de

„Manchmal muss man erziehen“

Johanna, 21.05.2010

Da sich rationales Denken im kindlichen Gehirn erst ab dem fünften Lebensjahr erst entwickelt [wahlweise anderes Alter einsetzen] und die Eltern gegenüber dem Kind Verantwortung tragen und eine Fürsorgepflicht haben; da die Umsetzung in vielen Fällen nicht mit “vernünftigen” Erklärungen erreicht werden kann; da die Eltern auch Bedürfnisse haben; und da wir in Kleinfamilien leben, also wenig Unterstützung und häufig viel Arbeit oder Stress haben, ist es nun mal nicht immer machbar, in allem auf das Kind respektvoll und nicht-erzieherisch einzugehen. Je nach Situation sind die Eltern oft gezwungen, ihren Kindern Entscheidungen abzunehmen, gegen deren Willen und im schlimmsten Fall sogar durch den Einsatz von Macht oder Manipulation.

Ich finde, das ist eine gut ausgeklügelte Rechtfertigung dafür, dass man die Kinder also erziehen darf – so manchmal, so ein bisschen.

Warum „müssen“ wir Macht und Manipulation einsetzen – warum „müssen“ wir nicht stattdessen z.B. in eine Hausgemeinschaft ziehen, ein Ökodorf gründen, auswandern oder in eine kinderreiche Nachbarschaft umziehen, uns Babysitting oder Elternteams organisieren, damit wir es schaffen, oder sonst wie Bedingungen schaffen, wo das nicht mehr „nötig“ ist?

Ich meine: Wenn wir schon „müssen“ und das so „schön“ zu rechtfertigen wissen, dann kann man ganz andere „Müssens“ einsetzen, die im Grunde viel logischer oder zumindest kindgerechter wären.

Natürlich hat so ein Text in gewisser Weise recht: Wir leben in Kleinfamilien und ungünstigsten Lebensbedingungen für ein respektvolles Miteinander. Es ist häufig so, dass wir uns in der einzelnen Situation “gezwungen” fühlen, und es ist definitiv ein Ist-Zustand.

Aber wir fühlen uns nur gezwungen, wir müssen nur in lebensbedrohlichen Notfällen Macht einsetzen (mir fällt kein Notfall ein, bei dem Manipulation die bessere Wahl wäre, aber vermutlich gibt es irgendwelche Ausnahmen, die man sich ausdenken kann).

Wir haben immerhin gewählt, in der Kleinfamilie zu leben – viele haben das aber eben nicht! Es ist also möglich! Sonst gäbe es ja auch keine Ökodörfer, extra gegründete Dorfgemeinschaften, es formierten sich zur Zeit nicht etliche Hausgemeinschaften oder WGs etc.

Die Bedingungen, die uns zu manipulativen bzw. erzieherischen Handlungen (angeblich) “zwingen” kann man höchstens als Ist-Zustand darstellen, mit dem man (erstmal) zurecht kommen muss – man KANN aber auf jeden Fall jeden Tag etwas dafür tun, dass sich dieser Ist-Zustand ändert.

Sich nichts vormachen, das finde ich sehr wichtig: Wenn wir erziehen, dann nicht weil wir „müssen“, sondern weil wir gewisse Lebensumstände so oder so gewählt haben. Es so wie oben darzustellen, schiebt die Verantwortung weg: “ja wir ‘müssen’ halt”. So wie wenn man einen Befehl kriegt, und man dann angeblich „nichts machen“, auch wenn es noch so ein unmoralischer Befehl war – war ja ein Befehl von oben.

Ich sage nicht, dass ICH es schaffe, auf Macht und Manipulation total zu verzichten. Bei mir ist es so, dass mir die Kleinfamilie arg zusetzt – aber dann zu sagen, “ja ich muss ja”, und mich damit wohl zu fühlen, das kann ich nicht. Ich denke dann, ich mache es (Ist-Zustand), da es aber eben Mist ist, sehe ich zu, dass ich diesen Umstand ändere. Das dauert bei mir nun schon knapp vier Jahre! Und wenn es noch weitere vier dauert, dann war das lang, aber es wird sich trotzdem noch lohnen.

Eine solche Änderung kann bei jeder Familie andersaussehen, ich denke “Entlastung” ist das Stichwort: Putzhilfe, Putz-Ring mit Freunden, Hausgemeinschaft, WG, Ökodorf, Gemeinschaft, Auswandern oder umziehen dorthin, wo es Gleichgesinnte gibt, Freunde finden, anderen helfen, um selbst Hilfe zu bekommen, Kindergarten, Rockzipfel, Babysitting in Anspruch nehmen, oder weiß der Kuckuck.

Erst, wenn man alles unternommen hat, um all diese Möglichkeiten zu testen oder hinzukriegen, und es hat NIX geklappt, dann kann man sagen: “Ich musste, es ging sonst einfach nicht”. Es von vorne herein auf den Tisch zu legen für alle als bequeme Rechtfertigung, davon halte ich nichts.

Mit Jesper Juul ein Wörtchen gesprochen…

Johanna, 18.05.2010

Gestern war ich mit Sören Kirchner aus dem tologo verlag in Dresden, um Jesper Juul fürs unerzogen magazin zu interviewen. Im Foyer des Hotel Dorint haben wir zu dritt gesessen und Kaffee getrunken – die Organisatorin seines Vortrags in Dresden sowie seine Dänische Assistentin waren dabei, aber saßen etwas im Abseits – und quatschten etwa eine 3/4 Stunde lang über Gleichwürdigkeit vs. Gleichberechtigung, Wünschen und Bedürfnissen und noch ein bisschen über dies und jenes.

Jesper Juul ist ein sympathischer Mann, Anfang 60, der sich anfangs im deutschen Gespräch konzentrieren muss: oft schließt er die Augen, um die passenden Worte zu finden, manchmal werden das niedliche Konstruktionen wie “Gleichberechtigtheit” statt “Gleichberechtigung” – seine nette Art und sein herzhaftes Lachen machen aber jede Anstrengung beim Zuhören wieder wett. Wenn er in Fahrt gekommen ist, geht das Deutsch gleich viel besser.

Wir freuten uns sehr, dass er sich auf unsere expliziten Fragen bezüglich Gleichberechtigung (lehnt er sie nun ab??) eingelassen hat. Auf die wahrlich interessanten Antworten, die nun “einiges klarstellen”, dürft ihr im nächsten Magazin gespannt sein! Und es tut mir gar nicht Leid, euch erst mal auf die Folter zu spannen! ;)

Unerzogen Magazin