unerzogen Mythen entlarven #3 – Mediendebatte: Was Studienergebnisse bedeuten

Johanna, 11.04.2017

Die möglichen negativen Folgen des (uneingeschränkten oder auch eingeschränkten) Konsums elektronischer Medien treten naturgemäß nicht immer ein: wissenschaftlich können in der Regel nur Wahrscheinlichkeiten nachgewiesen werden. Ab einer gewissen Anzahl an Treffern ist dann der Effekt “signifikant” (die Ergebnisse aussagekräftig). Wenn der Effekt häufiger/größer/... ist, als er statistisch durch Zufall gewesen wäre, ist nachgewiesen, dass ein bestimmter Effekt überhaupt auftritt. Abgesehen vom Zufall können wahrscheinliche Effekte aufgrund irgenwelcher anderen, nicht untersuchten Gründe kompensiert oder aufgehoben werden, somit gibt es z.B. immer den einen Raucher im Bekanntenkreis, der, seit er 6 Jahre alt war, immer kettengeraucht hat, bis er mit 98 Jahren nicht an Krebs gestorben ist.

Diese Einzelfälle ändern nichts an der allgemeinen Wahrscheinlichkeit der nachgewiesenen Effekte und sind deswegen nie ein Beleg gegen die gesamte Studie. Die Studie hat diese Fälle bereits mit einbezogen. Wenn der uneingeschränkte Medienkonsum für Alicia also kein Problem ist, heißt das nicht, dass es für alle anderen Kinder auch kein Problem ist, sondern dass es für X% anderer Kinder – mehr als der Zufall es wöllte – doch ein Problem ist, und dass Alicia statistisch gesehen Glück hat.

„Bei uns ist alles anderes!“

Das bedeutet auch, dass ein Elternteil sicherlich zu Hause sagen kann: “Das sind alles nur Statistiken, sie müssen nicht auf mein Kind zutreffen”, und evtl. kann ein Elter alles mögliche tun, was die Studie nicht mitbedacht hat, um einen bestimmten Effekt z.B. zu kompensieren oder zu vermeiden. Das gilt nicht, wenn der von Wissenschaftlern gemessene Effekt extrem wahrscheinlich ist, so was gibt es auch. Jedenfalls handelt es sich, sagen wir, bei einer Freien Schule mit 150 Kindern oder einer großen Gemeinschaft, sagen wir der „unerzogen Community“, um eine große Anzahl an Fällen. Bei den vielen Einzelfällen greifen jetzt quasi naturgesetztlich die Wahrscheinlichkeiten auf jeden Fall auf die gesamte Gruppe: X% werden homosexuell sein, Y% wird sich irgendwann das Leben nehmen… etc.

Sagen wir, 1% der Frauen, die von einem Mann direkt um einen One-Night-Stand heute Nacht gebeten werden, sagen zu. Wenn einer 5 Frauen auf der Straße anspricht, ob sie mit ihm heute Nacht Sex haben wollen, dann ist die Wahrscheinlichkeit einfach sehr gering, dass jemand mitkommt. Wenn er 1000 Frauen fragt, wird er einfach, weil hier Statistik greift, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mindestens einen Treffer haben. Wir können also umsoweniger die wissenschaftlichen Ergebnisse außer Acht lassen, wenn wir über eine große Gruppe sprechen.

Weiter zum Mythos: “Studie X hat positive Effekte der Mediennutzung nachgewiesen!

unerzogen Mythen entlarven #2 „Uneingeschränkter Medienkonsum und Freies Lernen sind vereinbar“

Johanna, 09.04.2017

In diesem Text wird erklärt, warum der uneingeschränkte Medienkonsum das Freie Lernen verhindert.

Ich persönlich finde das Sudbury Valley Modell für demokratische Schulen sehr ansprechend, genauso wie Unschooling (letzteres aber nur, wenn ein Elternteil zu Hause bleiben kann, und sich ausgiebig um seine Kinder kümmern kann). In beiden Modellen stellt Langeweile eines der Grundpfeiler des Freien Lernens dar!

Im Sudbury Valley Modell wird Langeweile als Ursprung eigenverantwortlichen Handelns betrachtet:

„At The Clearwater School, boredom is considered a phase of learning. Bored students are not punished or labeled. Staff members do not try to alleviate boredom by offering entertainment or ideas for productive uses of time. If staff offer help, it is to help the student understand and learn from the experience of boredom.“ (clearwaterschool.com)

Der Artikel ist von 2001. Die flächendeckende Nutzung von Smartphones, Tablets und Handkonsolen sowie portablem Internet gibt es erst seit 3-4 Jahren.

Langeweile ist eher unangenehm. Die Idee ist, dass die jungen Menschen selbst etwas tun sollen, um aus diesem Zustand herauszukommen, so üben sie Eigenverantwortung. Sie lernen, auf sich zu hören. Und sie erfahren, was sie wirklich selbst tun und lernen wollen.

Jeder Mensch lernt, immer, irgendwas.
Schon beim ersten Greifen nach diesen Geräten lernt man schnell, dass die unangenehme Leere der Langeweile dadurch schnell weggeht. Daher wird die Langeweile auch schon dann gekillt, wenn die Mediennutzung noch nicht suchtartig geworden ist.

Wir brauchen alle unsere Tätigkeiten, um Dopamin zu produzieren. Videospiele, Videos/Filme und soziale Medien (noch einen Artikel hier, nettes Erklärvideo hier), versprechen nicht nur einen Dopamin-Schuss in 2 Wochen, wenn mein Bauprojekt fertig ist und ich diesen stolz anderen zeige oder benutzen kann, oder in 2 Tagen, wenn mein Physikprojekt abgeschlossen ist, oder in 1 Stunde, wenn ich ein Matheproblem gelöst habe, oder in 3 Jahren, wenn ich endlich einigermaßen geil Geige spielen kann, sondern garantieren ihn in 5 Minuten oder gar sofort. Es ist quasi ganz natürlich, dass der Mensch hier einen einfachen Weg geht. Jeder Mensch ist „süchtig“ nach Dopamin.

Langeweile ist der Motor für eigene Ideen, für eigene Projekte, für eigene Ziele. Meine Beobachtung ist, dass nie genug Langeweile aufkommen kann, wenn der Zugang zu Medien jederzeit greifbar ist. Es ist insofern auch ein Teufelskreis: Wenn es nicht genügend Zeit gibt, sich irgendwas anderes, eigenes auszudenken, dann bleibt auch nur die Beschäftigung mit den Ideen, Projekten und Zielen anderer (etwa Spielemacher).

Ein Teufelskreis ist keine Freiheit, und die ist mir für meine Kinder wichtig. Und nochmal: Wer seine Freiheit aus-übt, indem er viel zockt und YouTube glotzt, wird gut darin, zu zocken und YouTube zu glotzen. Wer an eigenen Projekten arbeitet, wird gut darin, an eigenen Projekten zu arbeiten. Wer ist am Ende freier?

Mein Vorschlag lautet, uneingeschränkten Medienkonsum als Gefahr zu erkennen und auch so zu behandeln. Das geht auch mit der unerzogen Philosophie konform.

unerzogen Mythen entlarven #1 – „Wer Mediennutzung einschränkt, handelt aus Angst“

Johanna, 08.04.2017

Häufig wird in der Diskussion um den uneingeschränkten Zugang zu Medien der Vorwurf laut, man handele aus Angst, wenn man sich Sorgen macht und etwas dagegen unternimmt. Es heißt, Handlungen seien besser nicht durch Angst bestimmt. Das ist, als ob man jemandem, der einen Bus mit 100km/h auf sich zukommen sieht, vorwirft, er würde aus Angst handeln, wenn er irgendwas unternimmt. Natürlich darf er aus Angst handeln! So ein Vorwurf ist nur dann berechtigt, wenn die Angst an den Haaren herbei gezogen ist.

Unter anderem sprechen folgende Punkte dafür, dass die Angst zumindest nicht irrational ist:

1. Viele wissenschaftliche Quellen deuten darauf hin, dass die uneingeschränkte Nutzung der Medien die kognitive Kompetenz der Kinder einschränken können. Einige Studien können Medien auch was Positives abgewinnen. Das Thema ist also mindestens kontrovers. Wenn es um ein Medikament ginge, würden Eltern einen Teufel tun, es ihren Kindern zu verabreichen, wenn nicht absolut sicher ist, dass es unschädlich ist. Die Kontroverse allein berechtigt dazu, Angst zu haben, mit den eigenen Kindern in ein Experiment eingestiegen zu sein, dessen Konsequenzen man eben bereuen könnte.

2. Die Film- und Videospielindustrie kann unendlich oft wiederholen: Die Wiederholung der selben drei Hollywoodgeschichten in nahezu sämtlichen Filmen, Serien und Videospielplots und das wiederholte Anschauen dieser Filme sind das wichtigste Manipulationsinstrument unserer Gesellschaft, nämlich zu den Menschen, die wir sein sollen, um eben genau diese Gesellschaft aufrecht zu erhalten: Frauen bitte so, Männer bitte so, und alle bitte als Konsumenten, die nichts gegen die Zustände tun sollten, da irgendwann sicher ein Held vorbei kommt und alle rettet.

Ständige Wiederholung funktioniert Spitze. Sag einem Kind nur 3 mal, dass es dumm ist, und es wird bereits anfangen zu zweifeln. Nun kombiniere ständige Wiederholung mit einem noch sehr unerfahrenen, alles aufsaugenden Gehirn, das sich nach Feedback sehnt und wissen will, was die Welt von ihm erwartet…

Verantwortungsslücken übernimmt liebend gerne die Film- und Videospielindustrie. Mit Sicherheit jedoch nicht mit dem Ziel, aus uns und vor allem nicht aus unseren Kindern freiere Menschen zu machen. Sie haben andere Interessen und DAZU sehr viel Geld und Profis an der Hand. Das Vertrauen in unsere Kinder kann durchaus vom Vertrauen in die Macht und Expertise großer Konzerne überschattet werden!

3. Rein logisch ist alle Zeit, die damit verwendet wird, sich mit irrealen Charakteren zu beschäftigen, die irreale Probleme mit irrealen Lösungen lösen, eben Zeit, die nicht damit verwendet wird, sich mit realen Problemstellungen dieser Welt zu beschäftigen. Man wird darin besser, was man übt.

4. Die “geübte” Freiheit (durch wiederholte Ausübung ihrer “freien Wahl” des Dauermedienkonsums) könnte sich im Erwachsenenleben als große Einschränkung entpuppen. Wenn wir wollen, dass unsere Kinder auch die Freiheit haben, inkompetent zu werden, dann werden sie gleichzeitig die Freiheit erlangen, als Erwachsene gehorsam zu sein.

Ich distanziere mich aus eigenen Erfahrungswerten, den oben genannten und weiteren Gründen, die hier den Rahmen sprengen (später mehr), von denjenigen, die unerzogen so deuten, dass sie in Bezug auf Medien zwar selbst nicht erziehen, und somit moralisch fein raus sind, die Erziehungs-”Lücke” aber dadurch automatisch durch die zwar nicht bewusst erziehende, aber doch vehement eigene Interessen verfolgende Film-, Werbe- und Videospielindustrie füllen lassen.

Ankündigungen unerzogen Konferenz

Johanna, 08.03.2015

Folgende Beiträge liegen mir vorab vor. Morgen Abend wird der Zeitplan erstellt, diesen werden wir hier veröffentlichen. Mutter-Burn-Out und andere AP/unerzogen-Tabus bactroban dosage moderierte Diskussion von Nicola Schmidt Unerzogen von Geburt bis Tod – der Großstadtclan und das Artgerecht-Projekt Workshop von Nicola Schmidt Es wird kurz skizziert, worum es beim Artgerecht-Projekt geht – respektvolles Miteinander von http://pharmacy-online-24hour.com/super-discount-pack-online.html Geburt an, artgerechte Babyhaltung, artgerechtes Elternleben – gemeinsam mit den Teilnehmern wird erarbeitet, wie man das in “unserer” nicht-artgerechten Welt umsetzen kann (Mütterteams? Mailinglisten? Großstadtclans?). Byron Katie: The Work von Eva Formagggio Im Alltag mit unseren Familien und in der Begegnung mit unseren Verwandten und Freunden kommen wir immer wieder an Punkte, an dem es nicht weiter geht. Am ehesten können wir damit umgehen, wenn wir verstehen, wo unsere http://cialis7days-pharmacy.com/ Glaubenssätze versteckt sind, wie bestimmte Aussagen auf uns wirken und sie hinterfragen. antabuse cost Dafür ist The Work ein geeignetes Werkzeug. Wenn wir uns auf die vier einfachen Fragen einlassen können, lernen wir uns besser kennen und entdecken neue Perspektiven. Nach einer kurzen Vorstellung geht es darum, dass jeder eine problematische Situation für sich durchdenkt und ein-zwei Fälle werden vor der Gruppe vorgestellt, um zu sehen, was sich alles bewegen kann. Eine kleine Ruheinsel im Alltagstrubel schaffen oder: Reise

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