Worum geht es in dieser Webseite genau?

Johanna, 07.10.2006

Hier geht es um die praktische Umsetzung von Nichterziehung. Gerne würde ich mehr über Unschooling schreiben, doch Unschooling ist in Deutschland nicht wirklich möglich. Während in den meisten anderen Ländern lediglich eine Bildungspflicht besteht (die Eltern sind also nur verpflichtet, für Bildung zu sorgen – dafür können sie entweder Schule oder andere Bildungsformen wählen), herrscht in Deutschland Schulanwesenheitspflicht.

Meine Tochter geht hier in Deutschland in eine Freie Demokratische Schule. Mein “Unschooling” betrifft also vornehmlich Erziehungsfragen – bzw. Nichterziehungsfragen. Daher habe ich die Seite unerzogen genannt.

Wie umgeht man Erziehung? Wie kann ich meinem Kind helfen, ein glücklicher, zufriedener Mensch zu werden, der in dieser Welt zurecht kommen kann, ohne es im traditionellen Sinne zu “erziehen”, d. h. ohne zu bestrafen, ohne zu bestechen, ohne zu drohen? Wie kann ich meine Kinder wirklich und wahrhaftig respektieren? Wie kann ich Prinzipien von “Unschooling”, “gentle parenting”, “Taking Children Seriously” trotz Schule in Deutschland umsetzen?

Um diese und andere Fragen soll es in dieser Website gehen.

Anregungen, Kritik, Fragen, Korrekturvorschläge, Anzweiflungen – alles ist willkommen und kann mir entweder per Kommentarformular, Mailingliste oder per Mail geschickt werden.

4 Kommentare zu “Worum geht es in dieser Webseite genau?”

Hallo!

Ich habe gerade Ihre hochinteressante Website gefunden! Bin total begeistert und werde allen Eltern, die ich kenne, diese Internetseite empfehlen!

Ich selbst habe keine Kinder, aber ich interessiere mich sehr für dieses Thema, weil ich in der Kindheit schwer misshandelt wurde.

Da ich alle Bücher von Alice Miller gelesen habe, bin ich hundertprozentig davon überzeugt, dass es richtig ist, Kinder nicht zu erziehen und Achtung vor Ihnen zu haben.

Ich kenne eine Frau, die ihre Kinder nicht erzogen, nicht bestraft und nie angeschrien hat. Ihre beiden Söhne sind heute 28 und 20 Jahre alt und haben sich prima entwickelt! Es gab nie Probleme mit Alkohol oder Drogen.

Sylvie Martin

Ich habe bei meinem letzten Kommentar völlig vergessen zu erwähnen, dass ich natürlich auch das tolle Buch “Auf der Suche nach dem verlorenen Glück” von Jean Liedloff gelesen habe. In den letzten zwanzig Jahren habe ich dieses Buch schon vielen werdenden Eltern geschenkt. Ich finde, dass das ein viel besseres Geschenk ist, als Strampelhöschen oder Babysöckchen!

Sylvie

Ich kann mich dem letzten Buchtipp nur anschließen. Wer nicht sofort in der Lage ist, unschooling zu begreifen (was ich für Beginner der Thematik für verständlich halte), sollte sich durch Lesen und intensives Reflektieren dieses Buches darauf vorbereiten. Es kann nicht nur dem eigenen Leben sondern auch dem der folgenden Generationen eine völlig neue (oder auch uralte) Qualität (zurück)geben!

Nichterziehung gibt es nicht. Jeder Mensch wird ein Leben lang erzogen, direkt oder indirekt, damit er sich den gesellschaftlichen Anforderungen, denen er sich stellen muss, gerecht werden kann. Es geht doch wohl mehr um den Erziehungssstil und die dazugehörigen Methoden, die zum gewünschten Ziel führen sollen. Für mich war und ist der demokratische Erziehungsstil der günstigste, um ein Kind angstfrei, selbstbewusst und respektvoll zu erziehen. Auch ein Kind muss sehr früh lernen, dass es ein Teil einer Gemeinschaft ist mit Rechten und Pflichten. Das Ergebnis sind selbständig handelnde junge Menschen, die gelernt haben mit Problemen offen und ehrlich umzugehen, um nach angemessenen Lösungsstrategien zu suchen. Sie verlassen ihr Elternhaus rechtzeitig, übernehmen Verantwortung ohne ihr Elternhaus zu vergessen.

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