Traditionelle Erziehung vs. Gleichberechtigte Eltern-Kind-Beziehungen

Johanna, 10.02.2007

Die folgenden von mir kommentierten Zitate stammen aus einem Text, der Mal in der Unerzogen-Mailingliste zitiert wurde. Als ich ihn damals las, wurde mir klar, dass wir wirklich ganz anders denken. Hier meine Kommentare zu dem in der Hamsterkiste veröffentlichten Text über Lesen und Schreiben. Bitte nicht so ernst nehmen :)

Lesen und Schreiben lernen Kinder nicht nur in der Schule

Lesen und Schreiben können Kinder am besten ohne Schule lernen.

1) Achten Sie darauf, dass Ihr Kind deutlich und artikuliert spricht!

Lassen Sie Ihr Kind einfach in Ruhe und sprechen Sie selbst deutlich und artikuliert, wenn es Ihnen wichtig ist dass Sie deutlich und artikuliert sprechen.

2) Achten Sie darauf, dass Ihr Kind das, was es sagen will, vollständig ausspricht.

Lassen Sie Ihr Kind alles so sagen, wie es das selbst sagen will, sonst sagt es vielleicht irgendwann gar nichts mehr, wenn Sie ständig nörgeln.

3) Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind täglich mindestens 30 Minuten liest!

Lassen Sie Ihr Kind so viel lesen oder nicht lesen, wie es will. Lesen Sie weiter vor, wenn Ihr Kind Ihnen gerne zuhört.

4) Klären Sie mit Ihrem Kind die Bedeutung von Wörtern und Begriffen!

Aber nur, wenn es Sie danach fragt oder Sie offensichtlich merken, dass es etwas sonst missversteht. Lassen Sie Ihr Kind selbst die potenzielle Bedeutung von Wörtern und Begriffen austesten (anhand von Reaktionen: Missverständnis oder Verständnis).

5) Ihr Kind sollte niemals Sch… sagen!

Ihr Kind darf alles sagen! Informieren Sie ruhig über die Bedeutung und Schwere der Wörter, aber verbieten Sie solche Wörter nicht. Jeder hat das Recht auf freie Meinungsäußerung.

6) Schenken Sie Ihrem Kind Zeit!

VOLLTREFFER! (1 Punkt)

7) Wenn Ihr Kind schreiben kann: Sorgen Sie dafür, dass es regelmäßig Sinnvolles schreibt!

Sorgen Sie dafür, dass es schreiben kann wenn es schreiben will.

8) Achten Sie darauf, dass Ihr Kind seine schriftlichen Arbeiten in einer angemessenen Form erledigt!
Akzeptieren Sie niemals schludrige Arbeiten.

Achten Sie darauf, wie ihr Kind sich über seine schriftlichen Ergüsse – ob schludrig oder in Schönschrift – freut.

9) Achten Sie darauf, dass Ihr Kind schulische Aufgaben selbständig erledigt!

Helfen Sie ihm und schreiben Sie auch Mal selbst ins Heft, wenn es keinen Bock auf die dummen Hausaufgaben hat ;) Wie war das noch, mit dem “was sinnvolles schreiben”?

10) Verzichten Sie auf sinnlose Übungen!

VOLLTREFFER! (wir sind bei 2 Punkten…) (na endlich, ich dacht schon…)

11) Loben Sie Ihr Kind! Das Selbstbewusstsein Ihres Kindes lebt von Ihrer Zuwendung und Anerkennung.

Loben Sie es um Gottes Willen nicht!

Zuwendung und Anerkennung sind die falsche Nahrung für Selbstbewusstsein. Selbstbewusstsein nährt sich von Erfolgen, denen nur des Kindes Maßstab zugrunde liegen sollte.

12) Eltern bestimmen die Regeln, nicht das Kind!

Schaffen Sie Regeln ab! :D

Kinder können unglaublichen Druck machen.

1. Eltern sollten den besser aushalten als Kinder.
2. Eltern und Schule machen noch viel mehr Druck, der währt dann bis ins Erwachsenenalter und wird dann an Kinder ausgelassen.

Auch wenn es schwer fällt, widerstehen Sie dem Durchsetzungsvermögen Ihres Kindes.

Wiederstehen Sie ihm nicht! Seien Sie für Ihr Kind da und erfüllen Sie ihm nach Möglichkeit all seine Wünsche. Freuen Sie sich doch über das Durchsetzungsvermögen und bieten Sie Ihrem Kind noch mehr Werkzeuge an, die man zum Durchsetzen gut gebrauchen könnte.

Lassen sie sich vor allem nicht auf fruchtlose Diskussionen ein.

Lassen Sie sich auf alle Diskussionen ein. Es hat ein Recht darauf. Ohne Regeln gibt es übrigens auch nicht so viele unangenehme Diskussionen.

Geben Sie klare Regeln vor und bestehen Sie auf ihrer Einhaltung.

Ich sagte doch bereits, schaffen Sie die Regeln endlich ab ;)

Halten Sie selbst alles ein, was Sie ankündigen.

Drücken Sie auch Mal ein Auge zu, so —> ;)

Organisieren Sie Ihren und den Tagesablauf Ihres Kindes planvoll.

Seien Sie spontan und folgen Sie den Bedürfnissen Ihres Kindes, nicht denen Ihres Terminkalenders.

“Immer nur zu schimpfen hilft nicht.

Tatsache!?

Ein gelegentliches Donnerwetter schadet jedoch nicht.

Schadet doch! Ist aber auch trotzdem normal, dass es passiert. Machen Sie’s wieder gut und erklären Sie Ihrem Kind die Zusammenhänge (ich war sauer weil… es war nicht richtig, weil… tut mir Leid, ich konnte nicht…)

13) Beschränken Sie radikal den Fernsehkonsum Ihres Kindes!

Lassen Sie ihre Kinder TV gucken, wann und was sie wollen!

Für Kinder unter 6 Jahren sind nur sehr wenige Fernsehsendungen geeignet.

Die Ungeeigneten wird es nicht sehen wollen. Die geeigneten wird es sehen wollen. Für die dazwischen wird es Sie vielleicht brauchen. Begleiten Sie es.

Kinder brauchen Zeit, Bilder zu begreifen und zu verarbeiten. Ihre ersten Bücher schauen sie immer und immer wieder an und sie möchten sie immer und immer wieder vorgelesen haben. Das Fernsehen bietet ihnen diese Möglichkeit nicht.

:) Schon Mal was von Videorekorder gehört? DVD? Ehrlich nicht? Meine Tochter (7) beschwert sich übrigens, dass so viele Sendungen im Fernsehen immer wieder wiederholt werden ;)

Schlag auf Schlag folgen Bilder und neue Sinnesreize. Die Kinder sind zwar fasziniert, aber sie verstehen das meiste nicht.

Videorekorder.

Noch nie verwunderte Eltern gesehen, weil ihr Kind Film X schon “tausend Mal” gesehen hat? Es hat einen Grund, warum sie das wollen. Nicht weil sie “süchtig” sind, sondern weil sie genau diese Wiederholung brauchen und wollen, um die Bilder zu verstehen. Daher müsste es sogar schädlich sein, den Konsum zu beschränken, da die Kinder keine Gelegenheit erhalten, die Sendungen so oft zu wiederholen, bis sie “das meiste” verstehen können.

14) Ihr Kind darf auf keinen Fall einen eigenen Fernseher im Zimmer haben!

Folgen Sie Ihrem Bauch und den Beschlüssen der Familienkonferenz. Ist denn das Kinderzimmer des Kindes etwa ein Zimmer, wo Sie nie hingehen? Warum denn nicht? Gehen Sie doch mal hin – los, los!

15) Grundschulkinder sollten nur am Wochenende fernsehen!

Kinder sollten gar nicht erst die Grundschule besuchen ;) Wenn doch, sollten sie wenigstens mit ihrer Freizeit das anstellen können, was sie wollen. Ob Nachmittag oder Wochenende oder Schwänztag :D

Sie sind durch Schule, Hausaufgaben und Freizeitaktivitäten voll ausgelastet.

Ja eben, und die Armen dürfen sich noch nicht Mal mit Fernsehen entspannen! Aber die Erwachsenen dürfen das jeden Abend nach der Arbeit. Tz tz tz…

16) Sehen Sie grundsätzlich alle Sendungen, die Ihr Kind sieht, mit ihm gemeinsam an!

(0,5 Punkte ;))

Schauen Sie Mal rein, aber machen Sie keinen Grundsatz draus. Das soll doch nur ein Trick sein, damit die Kinder so wenig wie möglich schauen ;) Wenn Ihr Kind Sie dabei haben will, dann braucht es Sie.

Schauen Sie auch deshalb Mal rein, um zu verstehen, was Ihr Kind so faszinierend findet. Welche Bedürfnisse werden da befriedigt, um die Sie sich vielleicht anderweitig kümmern könnten? Worum geht es genau in den Sendungen? Meine Tochter mag z.B. am meisten Krimi-Sendungen (für Kinder) und alles, was mit Ägypten zu tun hat. Dieses Interesse hat sich auf Bücher, PC-Spiele und Museen ausgeweitet. Das wäre nicht so einfach gewesen, hätte ich über dieses Interesse nicht erfahren und es dadurch auch unterstützen können.

Nur so haben sie Gewissheit, was Ihr Kind wirklich sieht.

Ach so, nur so kann ich mein Kind 100%ig kontrollieren.

Ganz wichtig ist, das das Kind mit Ihnen anschließend über die Sendung spricht.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind, wenn es Fragen hat, und drängen Sie keine langweiligen Gespräche auf, die für Ihr Kind uninteressant sind! (Und sprechen Sie mit Ihrem Kind auch einfach so!)

17) Gönnen Sie sich und Ihrem Kind ab und zu einen kuscheligen Familien-Fernsehabend!

(Puh, dabei habe ich gehofft, nicht noch einen Punkt geben zu müssen ;))

Trotzdem nur 0,5, denn: Tun Sie dies nicht “ab und zu” sondern einfach “wann immer Sie bzw. Sie beide wollen”.

18) Beschränken Sie radikal den Konsum elektronischer Spiele am Computer oder an Spielkonsolen!

Schenken Sie Ihrem Kind einen Computer, Spielkonsolen und Spiele :D Ihr Kind lernt und übt damit wichtige Fähigkeiten. Lesen Sie das hier von Joyce Fetteroll

“Erwachsene in dieser Gesellschaft finden, dass Kinder mit Videospielen Zeit verlieren. Kinder wissen es besser! Videospiele sind extrem herausfordernde Rätsel! Sie sind wie Schach mit neuen Regeln für jedes Spiel. Computerspiele erfordern Orientierung, 3-dimensionale Vorstellungskraft, Lesen, mathematische Konzepte, Strategie, Planung… sogar wenn Kinder “schummeln” (z.B. die Komplettlösung konsultieren), gebrauchen sie gute Techniken, um Probleme zu lösen. (Wenn Sie als Erwachsener z.B. wissen, jemand hat bereits eine gute Lösung für einen nervigen Teil des Problems gefunden, ist es eine gute Strategie, diese Lösung auszuprobieren, damit man dann weitergehen kann und sich wichtigeren und interessanteren Teilen des Problems widmen kann).”

Lesen Sie außerdem das hier:

Don’t Bother Me Mom–I’m Learning How Computer and Video Games Are Preparing Your Kids For 21st Century Success–and How You Can Help! by Marc Prensky

Fachleute sagen uns, dass die Schulleistungen durch den übermäßigen Gebrauch elektronischen Spielzeugs massiv leiden.

Die Daten der Fachleute basieren auf Kindern, die durch obige Punkte gequält werden…

19) Verlassen sie sich nicht nur auf die Schule!

Verlassen Sie sich gar nicht auf die Schule (und schreiben Sie doch mal “Sie” groß, waren Sie etwa nicht in der Schule? ;)) Sagen Sie Ihrem Kind, dass Ihnen Noten und das, was der Lehrer über ihn denkt, egal ist. Zeigen Sie ihm, dass Lernen überall und vor allem außerhalb der Schule stattfindet – und vor allem im Kopf des Kindes selbst, unabhängig von Lehrern, Schulen und Fächern.

20) Eine vermutete oder diagnostizierte Lese- und Rechtschreibschwäche ist noch lange keine Lösung!

Stempeln Sie bitte Ihre Kinder nicht ab.

10 Kommentare zu “Traditionelle Erziehung vs. Gleichberechtigte Eltern-Kind-Beziehungen”

An diese Stelle – besonders zum Thema Regeln – passt die Bärengeschichte aus Christoph Spehrs bahnbrechender Schrift “Gleicher als andere. Eine Grundlegung der Freien Kooperation”, nachzulesen in meinem Blog: http://iromeister.twoday.net/stories/1483153/
Ich bring das Buch zum Stammtisch mit :-D

>Zuwendung und Anerkennung sind die falsche Nahrung für Selbstbewusstsein
Dem kann ich nicht zustimmen. Anerkennung ist etwas völlig anderes als Lob, wenn es auch in der Erziehungskultur gleichgesetzt wird. Anerkennung ist annehmendes Erkennen des Anderen und damit die Grundlage jeder freundschaftlichen Beziehung und dadurch auch der Nichterziehung.

Dass Zuwendung und Anerkennung die falsche Nahrung für das Selbstbewusstsein ist, heißt nicht, dass Zuwendung und Anerkennung grundsätzlich falsch oder schlecht für Kinder seien, sondern nur, dass sich das Selbstbewusstsein durch was anderes nähren sollte.

Zuwendung sollten Kinder einfach so bekommen und nicht “damit” sich das Selbstbewusstsein bildet; Anerkennung ist meiner Meinung nach auch wichtig und gut, solange sie eben nicht erzieherisch angewandt wird und nicht extra nur fürs Selbstbewusstsein.

Und wann werden es endlich weniger Ausrufezeichen und Befehle für die Erwachsenen? Wie sollen wir unseren Kindern Freiheiten geben, wenn wir uns selbst, egal von welcher Seite, von Ausrufezeichen umzingeln lassen?

Liebe Irene,

meinst du das im Ernst? Der Text ist klar mit Humor versehen. Aber wenn du ernst bleiben willst:

Ich denke, Erziehern wird viel eher vorgeschrieben, was sie “machen sollen” (nämlich Grenzen setzen, konsequent sein, bestimmte Rituale einhalten, zur Not lügen um Konsequenz einzuhalten, gerne willkürlich sein, wenn’s der “guten Sache” (dem erzieherischen Ziel) dient etc. etc. etc. Es gibt Millionen Verhaltensweisen in Elternratgebern, für jedes Problem eine passende Konsequenz. Wenn Kind schreit, schreien lassen. Wenn Kind motzt, nicht darauf eingehen. Abends um 20:00 ins Bett. Zähneputzen zur Not mit Gewalt antrainieren. Fernsehen nur eine Stunde oder besser gar nicht etc. etc. etc. Schau dir doch einfach Mal den Originaltext an, auf den sich mein Text bezieht.

Wenn ein Kind nicht erzogen wird, lässt es sich auch nicht einschüchtern, es lässt sich nicht mehr erziehen und auch nicht “umzingeln”. Ich frage mich, wieso du dich so eingeschränkt fühlst. Du bist selbst frei zu wählen, welchen Weg du gehen willst. Abgesehen von diesem parodischen Text wirst du entdecken, dass Eltern, die versuchen, mit ihren Kindern gleichberechtigt und erziehungsfrei zu leben, extrem viele Möglichkeiten haben, auf diverse Situationen zu reagieren. Da es keine in Stein gemeißelten Regeln gibt, gilt es jeweils zu schauen, welche Bedürfnisse vorliegen, welche Ängste, welche Ziele von wem, womit man sich anrrangieren kann und wo die Grenzen der jeweiligen Beteiligten liegen. Es braucht keine Ausnahmen von der Regel geben, wenn man jeweils situativ gemeinsam entscheiden kann, wie man am besten handelt.

Ansonsten kommt mir das Argument, man könne den Kindern keine Freiheit lassen, nur weil bestimmte Texte zu viele Ausrufezeichen haben – was lediglich ein stilistisches Mittel ist – als eine Ausrede vor. Ich kann verstehen, dass Texte mit vielen Ausrufezeichen nicht angenehm zu lesen sind, aber wie gesagt, dieser hier ist eher als Witz gemeint und selbst wenn – du hast natürlich immer die Freiheit, keine solchen Texte zu lesen, oder trotzdem dir den Inhalt, der für dich daraus relevant ist, zu entziehen. Theoretisch hat man natürlich nicht die Freiheit, seinen Kindern keine Freiheit zu gewähren, denn diese hört ja bekanntlich da auf, wo die der anderen anfängt (und darum geht es ja auf diesen Seiten), aber praktisch sehe ich im Alltag, dass sich über 95% der Eltern dieses Recht ohne selbst mit Freiheitsentzug bestraft zu werden herausnehmen – das kannst natürlich auch du machen, wenn dich die Ausrufezeichen stören!

Aber hallo liebe Johanna! (Ups, entschuldige bitte das Ausrufezeichen)

Ganz sicher habe ich nicht übersehen, dass Du Deine Kommentare nicht nur bierernst ‘runtergepredigt hast ;) ... Möchte auch behaupten, schon meinen Freischwimmer in der Elternratgeberflut zu haben, gerade deswegen hoffe ich, hier etwas anderes zu finden (immerhin steht in diesen Seiten einiges an Bestätigung für meinen Umgang mit meiner Tochter, der von Dritten öfters als “naja, so’n bisschen permissiv” belächelt wird).

Ich hoffe aber, Du fandst meinen Kommentar auch nicht nur bierernst. Ich hatte leider ein ;) vergessen hinzuzufügen. Was ich jedoch auf keinen Fall annehmen möchte, ist das Angebot zum Freiheitsentzug meiner Tochter als Gegenleistung zum Keine-Ausrufezeichen-Mögen.

Ansonsten – ich gebe zu, ich bin neu auf der Seite und im Unerzieh-Konzept, freue mich gerade über neue Denkanstöße (bin aber selbst etwas unerzogen und daher gar nicht leicht indoktrinierbar für nix!) und hoffe, ich habe mit diesem Dreizeiler kein Online-Giftspritzen angezettelt.

Hallo Irene,
kuzzum, denn ich möchte es hier kurz halten, SELTEN HABE ICH SO EINEN SCHWACHSINN GELESEN, den Sie hier verbrteiten. Vorallem Ihre irrationalen Schreibstil in der Mitteilung an Irene. Solche Eltern wie Sie, und dabei gestehe ich Ihnen auch einen gewissen Grad an Bildung zu, verunsichern diejenigen, dessen Wissens und Bildungsstand von geringer Ausbildung ist. Gruß Dr. Tomas Merktling

Hallo Herr Merktling,

ich verstehe Ihren Kommentar nicht. Können Sie den erklärten “Schwachsinn” näher beschreiben?
Da ich die Promotionsordnungen kenne, müssten Ihnen das Finden und Aufzeigen von Belegstellen leicht fallen.

Vielen Dank im Voraus und auf eine erhellende Antwort wartend
1000Sunny

Das Gegenteil von GUT ist gut gemeint…

Der Verfasser der Zeilen dieser Website hat es sicher gut gemeint. Er wünscht den Kindern viel Freiheit und Entfaltungsraum- das gefällt doch fast jedem, oder? Dabei ist er leider 100%ig der Idiotie der “Partnerschaftlichen Erziehung” auf den Leim gegangen. Doch ist es für Kinder fast ebenso schlimm als kleine Erwachsene mißHandelt zu werden, wie die Kontrollwahnerziehung der 50er Jahre!
Kinder brauchen zuerst einmal viel Liebe- Richtig! Aber dann haben sie das Bedürfnis nach klaren Strukturen, starken Erwachsenen und einer überschaubaren Richtung in ihrem Leben.
Partnerschaftliche Erziehung dient der Zerstörung von kleinen Seelen, der Vernichtung echter Eltern- Kind- Verhältnisse und dem Aufbau einer babylonischen Gesellschaft ohne wünschenswerte Moral (wie Menschenrechte, Nächstenliebe, Verantwortung, aktive Selbstbestimmung- stattdessen Konsumdenken, Inhaltsleere, Hedonismus usw.)
Macht Schluß damit! Gesellschaft entsteht durch Erziehung! Passive Zuschauer sind immer nur Sklaven und Helfershelfer der politisch korrekten Staatsdoktrin! Egalitäre Erziehung schafft desinteressierte kleine Egomanen!
Habt Mut die Welt eurer Kinder zu gestalten! Übernehmt Verantwortung für die Zukunft!

Hallo,

“partnerschaftliche Erziehung” kann es nicht geben, es sei denn zwei Partner erziehen partnerschaftlich (also in gegenseitiger Partnerschaft zwischen den Partnern, nicht mit den Kindern) ihre Kinder. Wenn es um die Eltern-Kind-Beziehung gehen soll, dann geht eine Partnerschaft zwischen Eltern und Kindern sehr wohl.

Partnerschaft und Erziehung widersprechen sich, da haben Sie Recht, das wäre idiotisch.

Partnerschaft steht aber in keiner Weise im Gegensatz zu den von Ihnen postulierten Bedürfnissen eines Kindes: “klare Strukturen, starke Erwachsenen und eine überschaubare Richtung in ihrem Leben”.

Oder inwiefern meinen Sie, dass sich gerade Partnerschaftlichkeit mit “klaren Strukturen, starken Erwachsenen und einer überschaubaren Richtung in ihrem Leben” widerspricht? Wieso kann es in Ihren Augen nicht beides gleichzeitig geben?

Gruß
Johanna

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