unerzogen Mythen entlarven #4 – „Studie X hat positive Effekte der Mediennutzung nachgewiesen!“

Johanna, 11.04.2017

In der Mediendebatte werden häufig Studien, die positive Effekte der Mediennutzung nachweisen, als Argument gegen die “Angst” und für uneingeschränkten Medienkonsum angeführt. Sie sollen ein Beleg für die Fraglichkeit derjenigen Studien sein, die schädliche Effekte (vor allem durch) uneingeschränkten Konsum elektronischer Medien sein.

Ich streite nicht ab, dass es auch Studien mit positiven Ergebnissen gibt bezüglich des Konsums elektronischer Medien (übrigens in der Regel nur dann, wenn der Konsum bei weniger als zwei Stunden pro Tag liegt. Negative Folgen überwiegen, sobald der Konsum mehr wird, auch sind die wahrscheinlichen Folgen unterschiedlich je nach Tageszeit des Konsums).

Studien können natürlich augenscheinlich gegenteilige, z.B. positive Effekte des elektronischen Medienkonsums nachweisen, das bedeutet aber nicht, dass die anderen bereits nachgewiesenen negativen Effekte verschwinden. Es sind also nicht gegenteilige, sondern zusätzliche Ergebnisse. Wissenschaftler*innen prüfen Studien anderer, indem sie diese wiederholen. Ergibt die Wiederholung nicht dieselben Werte, sind sie erst dann widerlegt oder zumindest fraglich. Oder sie wiederholen die Studie etwas abgeändert, um nachzuweisen, dass die Effekte von einem weiteren, vorher nicht mitbedachten Faktor abhängig waren (korrelierten).

Das Thema ist mindestens kontrovers – nicht vernachlässigbar

Mindestens aber macht dies das Thema kontrovers, noch besorgniserregender ist eigentlich, dass bisher niemand die gravierenden negativen Folgen ausschließen kann. Dies wünschen wir uns beim Kauf einer Matratze, eines Ranzens, bei der Entscheidung für ein Medikament oder einer Therapie, bei Zusätzen in Nahrungsmitteln, und wenn es unsere Kinder betrifft, noch doller.

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