unerzogen Mythen entlarven #5 – „Studien messen Schulleistungen, die wir ablehnen!“

Johanna, 11.04.2017

Viele Studien belegen schlechtere Schulergebnisse in der Schule, wenn der Medienkonsum hoch ist. Früher propagierte ich, dass solche Studien nichts wert seien, weil uns Schulleistungen und Tests doch eh nicht interessieren.

Hätte ich mich mehr mit wissenschaftlichem Arbeiten befasst, statt Serien zu gucken, wäre ich wohl nie auf dieses wirklich dumme Argument gekommen. Man stelle sich vor, Studien würden herausfinden, dass Kinder bei Tests an Atemgeräten schlechter abschneiden, wenn ihnen Zigaretten zum Rauchen gegeben werden. Würden Schulen dann sagen, „Dann können wir ja im Schulkiosk Zigaretten verkaufen, wir machen ja eh keine Tests an Atemgeräten“?

Schulergebnisse sind ein einfaches Mittel, um den Stand von Schüler*innen zu erfassen. Nur weil wir die Leistungsorientierung an Schulen ablehnen, heißt das nicht, dass die Ergebnisse verfälscht sind: Für Leistungen in Testsituationen braucht es kognitive Fähigkeiten sicherlich in der Art, wie wir uns wünschen, dass sie unsere Kinder auch anders erlangen dürfen. Wir können aus den Studien also dennoch Schlüsse ziehen. Und wenn wir meinen, dass wir diese kognitiven Fähigkeiten auch anders messen sollten, um sicher zu gehen, dass das auch auf unsere Kinder zutrifft, die nicht traditionell beschult werden, dann müssen wir dennoch solange vorsichtig sein, bis dies geschehen ist. Stattdessen davon auszugehen, dass es auf unsere Kinder nicht zutrifft, nur weil sie keine Tests machen werden, ist fahrlässig.

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