Glaubwürdigkeit und Vertrauen

Johanna, 07.11.2006

Glaubt ihr, dass unsere [erzogenen] Kinder total nach einem enggestrickten Protokoll leben, nur weil wir am Tisch und nicht vor dem TV essen? Nur weil unsere Kinder eben gleichmaessig ins Bett gehen um gleichmaessig aufzustehen?

Nein, wir glauben nur, dass ihr an Glaubwürdigkeit verliert, wenn ihr bei bestimmten Sachen sagt: “es geht so nicht”, “es muss so und so sein”, “das macht man so”, “wenn du x machst, passiert y”, “wenn du x machst, kriegst du 1 Punkt und bei 10 Punkten kriegst du Y” etc., somit euer Vertrauensverhältnis gestört wird und ihr immer mehr Erziehung braucht, um trotzdem akzeptables Verhalten seitens des Kindes hervorzurufen. Erziehung bis hin zu Zwang – für uns völlig inakzeptabel wegen der Menschrechte, die für uns auch für Kinder gelten.

Es geht bei Gleichberechtigung in Eltern-Kind-Beziehungen zwar nicht nur um Vertrauen, aber ein großer Bestandteil davon ist Vertrauen. Wenn das Kind wahrhaftig vertraut, dann macht es bestimmte Dinge auch einfach so, weil es von Geburt an sozial ist und sich an unserer Kultur beteiligen will – etwa den TV-Konsum regulieren, am Erwachsenentisch mitessen wollen, Geld in Maßen ausgeben, Zähneputzen, vernünftig ins Bett gehen etc etc. Wenn das Vertrauen gebrochen wird, oder das Vertrauen seitens der Eltern einfach von vorne rein nicht richtig da ist (“du würdest bestimmt eh nicht Zähne putzen, daher zwinge/manipuliere ich dich”), dann kann das natürlich nicht funktionieren.

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